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Literatur

Kinderbücher für eine Geschlechtsbewusste Erziehung

Empfehlenswerte und kommentierte Bilderbücher für Kindergarten, Grundschule, Elternarbeit.

Die vorgestellten Bilderbücher bieten geeignete Identifikationsmöglichkeiten für Jungen. Sie verwenden teilweise beliebte Rollenbilder mit eher geschlechtstypischen Verhaltensweisen. Sie erweitern diese Bilder spielerisch und mit überraschenden Veränderungen.
Sie verdeutlichen, wie man als Junge (auch) sein kann: mit einer positiven Identifikation bezogen auf das eigenen Geschlecht und mit einer individuell eigenwilligen Ausprägung besonderer Art.

Ab heute sind wir cool
(Susann Opel-Götz, 2007)

Bild vom BuchZum Inhalt:
„Ab heute sind wir cool!“ sagt Leo zu seinem jüngeren Bruder Mug. „Wie sind wir denn, wenn wir cool sind?“ fragt Mug. Na ganz anders als normale Leute. Coole tragen eine dunkle Sonnenbrille, und zwar den ganzen Tag.
Auch wenn es regnet und auch auf dem Klo!? Und Coole schauen nur Filme, bei denen ihnen das Blut in den Adern gefriert.
Auf die Dauer ganz schön anstrengend das Coolsein...
Deshalb gehen beide erst mal wieder spielen: Tunnel graben, Schatz suchen, Baumhaus bauen.

Kommentar:
Ein grosser Spass für Junge(n) und Erwachsene zum Thema „Coolsein“. Was macht man dann? Wie macht man das? Was ist nicht cool? Was hat man vom Collsein? Was geht verloren?

Jakob will stark sein
(Kattrin Stier/Alexander Weiler, 2005)

Bild vom BuchZum Inhalt:
Jakob hat Ärger im Kindergarten. Immer drängelt sich Max an der Schaukel vor, weil er der Stärkere von beiden ist, und dann haben ihn alle ausgelacht, weil auf seinem Pulli ein rosa Herzchen war...
Da schenkt ihm sein Papa seine Rennfahrermütze. Und plötzlich wird alles anders: Er traut sich, seinem kleinen Bruder sein Kuscheltier zu leihen. Er kennt mehr Automarken als seine Mama. Er singt ganz allein das Lied von den Sonnenkäfern. Er hat keine Angst mehr vorm Zahnarzt. Er gewinnt beim Weitpinkeln. Und abends fühlt er sich einfach stark.

Kommentar:
Die Geschichte erfasst einfühlsam die typische Lebenswelt und Sorgen vieler Jungen. Text und Bilder ergänzen sich super. Sehr anregend zum Thema „Stark-sein“. Wann bin ich stark? Was ist eigentlich stark? Was unterstützt mich, was kann ich selber tun? Stark sein und Gefühle wahrnehmen. Selbstvertrauen und Respekt.

Echte Kerle
(Manuela Olten, 2004)

Bild vom BuchZum Inhalt:
Zwei Jungen liegen im Bett und fachsimpeln darüber, wie Mädchen sind: voll langweilig, kämmen den ganzen Tag ihre Puppen und ziehen sie immer wieder an und aus. Außerdem nehmen Mädchen ihre Teddys mit ins Bett, weil sie sonst Angst haben und sich die Hosen voll machen. Auch haben Mädchen Angst vor Gespenstern! Unter dem Vorwand, Pipi zu müssen, landen beide schließlich im Bett der Schwester – mit haufenweise Teddys im Arm.

Kommentar:
Viele Bilder, wenig Text. Humorvolle Erzählung, die mit Vorurteilen konfrontiert und Impulse liefert zu Fragen wie: Dürfen Jungen Angst haben? Sind Mädchen Angsthasen? Wer darf Kuscheltiere haben? Gut geeignet auch für Gespräche über Geschwisterbeziehungen.

Ich bin ein richtiger Junge
(Elisabeth Zöller/Brigitte Kolloch/Eva Czerwenka, 2004)

Bild vom BuchZum Inhalt:
Insgesamt 9 einfühlsame Geschichten von richtigen Jungen: Julius ist heute besonders kratzbürstig, aber abends vorm Schlafen gehen muss er unbedingt noch mit Mama und Papa kuscheln... Der kleine König möchte Pirat werden, was Mama Königin und Papa König zunächst gar nicht gefällt... Paul möchte ein tapferer Indianer sein. Als sein Knöchel ihm immer mehr weh tut, merkt er, dass Indianer über Schmerzen sprechen müssen...

Kommentar:
Wesentliche Kernaussage der Geschichten: Jeder ist irgendwie anders stark! Jungen dürfen Gefühle aller Art zeigen und sie dürfen sich auch „Klassisch männlich“ zeigen. Empfehlenswert als Einstieg und Vertiefung für Gespräche zu geschlechtsspezifischen Themen und Rollenbildern Was macht einen „richtigen Jungen“ aus? Wie sind Jungen? Was machen Jungen? Sind Jungen anders zu erziehen? Bemerkenswert: das Buch enthält eine Reihe männlicher Identifikationsfiguren, die als Erwachsene gut sichtbar eine Rolle spielen.

Der geheimnisvolle Ritter Namenlos
(Cornelia Funke, 2001)

Bild vom BuchZum Inhalt:
Prinzessin Violetta will auch so reiten und kämpfen können wie ihre großen Brüder. Ihr Vater hat allerdings anderes mit ihr vor. Zur Feier ihres Geburtstages wird ein Turnier stattfinden. Der Sieger soll Violetta zur Frau bekommen. Das will sie unbedingt verhindern. Dann taucht ein geheimnisvoller Ritter auf...

Kommentar:
Gut geeignet für Mädchen und Jungen ab 4 Jahren. Regt an, in typische Mädchen- (Prinzessin) und Jungenwelten (Ritter) einzutauchen und ermutigt, sich von ihnen zu lösen. Was ist typisch Mädchen, typisch Junge? Was können Jungen und Mädchen gut? Was wäre ich gern einmal, in welche ungewöhnliche Rolle kann ich schlüpfen?

Mamas liebster Junge
(Zeruya Shalev/Julia Kaergel/Mirjam Pressler, 2006)

Bild vom BuchZum Inhalt:
David geht in den Kindergarten. Seine Mutter sagt, dass er der liebste, schönste, klügste, stärkste und größte Junge der Welt ist. Im Kindergarten erlebt er, dass andere Kinder größer, stärker, klüger, schöner sind als er. Er bekommt Angst, dass seine Mutter das herausfindet und ihn nicht mehr lieber haben wird als alles andere auf der Welt. Bis er herausfindet, jedes Kind für seine Mutter das schönste, klügste, und wunderbarste Kind ist.

Kommentar:
Ausdrucksstarke Geschichte einer Mutter-Sohn-Beziehung mit großer Sensibilität geschrieben im kulturellen Kontext Israels. Themen mit Jungen und Mädchen: Ich werde so geliebt wie ich bin, auch mit meinen Schwächen. Es gibt Kinder, die sind stärker, klüger, größer als ich. Das ist in Ordnung! Ich bin etwas Besonderes.
Gut geeignet auch für den Übergang vom Elternhaus in den Kindergarten.

Einen ausführlichen Leitfaden für Kindergarten und Grundschule unter dem Titel Starke Bücher hat Christine Klein im Oktober 2007 im Forschungsprojekt FENESTRA an der Kath. Fachhochschule München herausgegeben. Es enthält neben zahlreichen empfehlenswerten und kommentierten Bilderbüchern auch eine gute Einführung in den Themenbereich und Erläuterungen zu thematischen Schwerpunkten wie Sexualerziehung, Stärkung des Selbstvertrauens und Wahrnehmung von Gefühlen, geschlechtsbewusste Erziehung, Grenzen erleben- NEIN sagen – Hilfe holen.

Kommentierte Literaturliste zur Jungenarbeit

Die kommentierte Literaturliste beinhaltet z.B. Titel, die aktuell wichtige Aspekte (nicht nur) der Jungenarbeit thematisieren, „Klassiker“, die sich weiterhin lohnen oder auch Veröffentlichungen aus der Jungenarbeit in NRW enthält. Diese Liste wird fortwährend aktualisiert und verändert.
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Umfassende, strukturierte Literaturliste als Download

Die Anzahl der Veröffentlichungen, die Jungenarbeit betreffen, hat mittlerweile ein Maß angenommen, dass das Feld nahezu unüberschaubar macht. Diese Liste strukturiert und ordnet eine Vielzahl unterschiedlicher Veröffentlichungen nach Themen und Arbeitsfeldern.
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