
Gender-Inszenierungen – Jugendliche im pädagogischen Alltag
(Lotte Rose , Marc Schulz (Gg.), 2007)
Wie inszenieren Jugendliche Gender? Wie und wann wird Gender als relevante Differenzlinie situativ hervorgebracht oder marginalisiert? Wie antwortet die Profession darauf?
Lotte Rose und Marc Schulz befassen sich in ihrem Buch mit dieser Problematik und der unterschiedlichen Deutung jugendlicher Genderinszenierungen zwischen Pädagogen und Jugendlichen selbst. Sie nähern sich dieser Aufgabe auf einem praktischen Weg im Rahmen eines ethnografisch angelegten Forschungsprojektes, in welchem sie die alltäglichen Inszenierungen der Jugendlichen in Jugendhäusern einfangen. Sie analysieren, in wie weit Gender im pädagogischen Alltag in den jeweiligen Situationen als soziale Unterscheidung in Erscheinung tritt, ob Gender die Jugendlichen in ihren Interaktionen beeinflusst, sich neutralisiert oder anderweitig bemerkbar macht. Es werden viele Genderskripte zitiert, welches das Buch sehr angenehm lesbar, unterhaltsam und spannend machen. Die anschließenden Analysen sind sehr aufschlussreich und gehen partiell bei einigen der Situationen tief in psychologische Deutungsmöglichkeiten hinein, welche weit über das skizzierte Beispiel hinaus in die Entwicklung allgemeingültiger Deutungsmuster gehen.
(ISBN 978-3897412415)
Jungen und Jungenarbeit: Eine Bestandsaufnahme des Forschungs- und Diskussionsstandes
(Detlef Pech (Hrsg.), 2009)
Der Sammelband zeichnet aktuelle Entwicklungen der Jungenarbeit und Entwicklungsbedarfe nach. Die Leitfragen die für Detlef Pech und die AutorInnen durch dieses Buch führen sind:
Auf welche Annahmen von geschlechtsbezogener Arbeit wird in der Jungenarbeit zurückgegriffen und welche Veränderungen scheinen hier sinnvoll?
Inwieweit sind die etablierten Settings der Jungenarbeit tragfähig?
Wie lassen sich die Möglichkeiten der unterschiedlichen institutionellen Angebote differenzieren?
Welche Befunde hinsichtlich von Jungen auch aus internationaler Forschungen liegen vor?
Inwiefern ist die Figur der (Bildungs-)Benachteiligung von Jungen tragfähig?
Die Betrachtung dieser Fragen durch die verschiedenen Arbeitsfelder, welche der Thematik von Jungen und Jungenarbeit folgen, gibt einen breiten Einblick in den aktuellen Wissensstand. Ebenfalls wird die Vielfalt der möglichen Zugänge deutlich welche die Theorie aber auch die Praxis bieten.
Die Gliederung umfasst die „Einordnung von Jungenarbeitskonzeptionen in die Geschlechterarbeit”, wendet sich dann näher den „Institutionen pädagogischen Handelns” zu, geht den nächsten Schritt hin zu den „professionellen Akteuren der Jungenarbeit” und befasst sich abschließend mit der „Bedeutung des Alltages von Jungen für die Jungenarbeit”. Dieses breite Spektrum kann zwar selbst nicht als ausreichende Forschung über die aktuelle Jungenarbeit gesehen werden, ermöglicht es Detlef Pech u.a. aber die Erfordernis nach einer Forschung über Jungenarbeit aufzuweisen.
Im Fazit des Sammelbandes wird in Form eines „diskursiven Patchworkartikels”, von allen Autorinnen und Autoren gemeinsam formuliert und eröffnet, abermals die Notwendigkeit einer ausführlichen Forschung deutlich und macht klar, welche derzeitigen „Baustellen” und offene Fragen noch existieren.
(ISBN 978-3-8340-0591-5)
Interkulturelle und geschlechtergerechte Pädagogik für Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren
(Leonie Herwartz-Emden, 2008)
Die Enquetekommission “Chancen für Kinder” des Landtag Nordrhein Westfalen hat eine Expertise von Dr. Leonie Herwartz-Emden von der Universität Augsburg mit dem Titel “Interkulturelle und geschlechtergerechte Pädagogik für Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren” veröffentlicht.
Im Zentrum der Expertise steht die Frage wie für Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrer sozialen, kulturellen und ethnischen Herkunft und unabhängig von ihrer Geschlechtszugehörigkeit adäquate Bildungschancen realisiert werden können.
Nach einem einleitenden Beitrag zu Bildungsprozessen und Erziehungsbedürfnissen als Grundlagen pädagogischer Konzepte widmet sich das zweite Kapitel zwei zentralen Kontexten von Entwicklung und Sozialisation, Migration und Bildung: der Familie und der Schule. Das dritte Kapitel befasst sich mit den Grundlagen interkultureller und geschlechtergerechter Pädagogik. Das vierte Kapitel formuliert schließlich Mindestanforderungen und Handlungsempfehlungen an die bzw. zur interkulturellen und geschlechtergerechten Pädagogik, die sich sowohl auf die konzeptionelle als auch auf die theoretische, auf die individuelle und auf die schulische Ebene beziehen.
Die Expertise kann unter folgender Adresse herunter geladen werden:
www.landtag.nrw.de
Pluralität ist Normalität für Kinder und Jugendliche. Vernachlässigte Aspekte und problematische Verkürzungen im Integrationsdiskurs (Bundesjugendkuratorium, 2008)
Das Bundesjugendkuratorium hat eine Stellungnahme veröffentlicht, die auf vernachlässigte Dimensionen und Aspekte hinweist und falsche Akzentsetzungen kritisiert. Die Stellungnahme will einen Beitrag leisten zum Wandel der Perspektive, wie die Einwanderungsgesellschaft gestaltet werden kann und Kinder und Jugendliche zu allererst als individuelle Persönlichkeiten betrachten, die viele Eigenschaften und verschiedene, je eigene Zugehörigkeiten haben.
Integration in diesem Sinne besteht darin, dass Zuschreibungen und Einordnungen in den Hintergrund treten und jede Person auf der Grundlage von Gleichberechtigung und ethnischer oder kultureller Selbstdefinition anerkannt ist und selbst entscheiden kann, welche Aspekte der eigenen Geschichte und Herkunft wichtig sind.
Unter www.bundesjugendkuratorium.de kann die Stellungnahme als pdf Datei abgerufen werden.
Bildungs(Miss)erfolge von Jungen und Berufswahlverhalten bei Jungen/ männlichen Jugendlichen (Jörg Budde, 2008)
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat eine Studie von Dr. Jörg Budde herausgegeben, die die Schulleistungen von Mädchen und Jungen miteinander vergleicht. Die Untersuchung erschließt nicht Begründungszusammenhänge für die Bildungs(miss)erfolge von Jungen, sondern deckt vielmehr Forschungslücken auf und prüft, ob und inwieweit gezielte Studien dazu beitragen können Handlungsansätze zu entwickeln, die eine höhere Chancengerechtigkeit im Bildungswesen bewirken.
Unter www.bmbf.de/pub/Bildungsmisserfolg.pdf steht die Studie als Download zur Verfügung.
Väter im Blickpunkt - Perspektiven der Familienforschung (Tanja Mühling/Harald Rost, 2007)
Der Wandel der Geschlechterrollen ist ein vielfach diskutiertes Thema, bei dem in letzter Zeit verstärkt auch die Rolle der Väter in den Blick genommen wird. Unterschiedliche Medien thematisieren die “neuen” Väter und auch die Familienpolitik fordert Väter dazu auf, sich mehr an Betreuung und Erziehung ihrer Kinder zu beteiligen und schafft hierfür entsprechende rechtliche Rahmenbedingungen. Einher gehen diese Entwicklungen mit einer Diskussion um die Notwendigkeit männlicher Vorbilder für Jungen und Untersuchungen, die zeigen, dass Männer und Väter sich wünschen Zeit mit ihren Familien, Freunden etc. zu verbringen. Die statistischen Daten z.B. zur Elternzeit oder zum Anteil männlicher Fachkräfte in professionellen Erziehungs- und Betreuungsberufen lassen eine Differenz zwischen Einstellung und Verhalten vermuten. Daher stellt sich die Frage, ob sich die Rolle der Väter tatsächlich ändert und wenn ja, was konkret sich verändert. Der von Dr. Tanja Mühling und Harald Rost herausgegebene Sammelband geht dieser Frage aus dem Blickwinkel der Familienforschung nach und widmet sich verschiedenen Facetten des Vater-Seins heute (ISBN 978-3-86649-123-6).
Geschlechtsbezogene Pädagogik an Grundschulen: Basiswissen und Modelle zur Förderung sozialer Kompetenzen bei Jungen und Mädchen (Olaf Jantz/Susanne Brandes, 2006)
Pädagogik in Schulen, die das Geschlecht der Lernenden nicht berücksichtigt, verfehlt einen großen Teil ihrer Ziele. Hiervon ausgehend wird mit diesem Lehrbuch eine grundlegende Einführung in die Konzeption geschlechtsbezogener Pädagogik in deutschsprachigen Schulen angeboten. Neben sehr vielen Praxisbeispielen werden wissenschaftliche Erkenntnisse aus mehr als zwei Jahrzehnten geschlechtsbezogener Pädagogik gebündelt und auf den Alltag an Schulenübertragen. Mit Hilfe von Übungsaufgaben können Studierende, LehrerInnen und alle, die mit Kindern im Grundschulalter arbeiten, Konzepte und alltägliche Praxis optimal miteinander verbinden (ISBN 3531151541).
Jungenarbeit in Köln (Fachforum Jungenarbeit Köln, 2005)
Diese Veröffentlichung dokumentiert „Wer, wo, was, wiese, weslhab, warum …“ Jungenarbeit in Köln macht. Bezogen werden kann die Dokumentation über eMail: Udo.Denhof@Stadt-Koeln.de
Die 40 Seiten können auch hier als pdf Datei [3702 kb] heruntergeladen werden.
Geschlechtsspezifische Jungenarbeit im Rheinisch-Bergischen Kreis
(Forum Jungenarbeit im Rheinisch-Bergischen Kreis)
Die Dokumentation enthält neben dem Begründungszusammenhang für die Jungenarbeit des Forums, eine Reihe von Praxisberichten mit Projektbeispielen der im Forum zusammengeschlossenen Einrichtungen. Damit gibt die Dokumentation Anregungen für Themen und Inhalte sowie Kooperations- und Finanzierungsmöglichkeiten und liefert methodische Vorschläge und Praxiseinblicke.
Kontakt: RegioNet Netzwerk, Refrather Weg 30-36, 51496 Bergisch Gladbach,
Telefon 02202/132812, E-Mail: regionet@netcologne.de
Geschlechterforschung in der Kinder- und Jugendhilfe (Kirsten Bruhns, 2004)
Dieses Buch zeigt in einer kritischen Bestandsaufnahme der geschlechtergerechten Kinder- und Jugendhilfe die Mängel, Vorzüge und Bedarfe dieser auf. Zentral sollen offene Forschungsthemen und -fragen benannte werden, die grundlegend und unterstützend für die Umsetzung, Ausweitung und Weiterentwicklung einer geschlechterdifferenzierten und geschlechtergerechten Kinder- und Jugendhilfe sind (ISBN 3-8100-3736-2)
Rahmenkonzept Jungenarbeit in der Stadt Bielefeld (Forum Jungenarbeit Bielefeld, 2003)
Ausgehend von den Vorgaben des Kinder- und Jugendhilfegesetzes und des Landesjugendplans NRW bietet das Programm viele Analysen und Anregungen: Das Selbstverständnis von Jungenarbeit; Ziele, Methoden und Rahmenbedingungen; die Rolle des Pädagogen, u. v. m.
Das Rahmenkonzept ist im Internet unter www.forum-jungenarbeit-bielefeld.de abrufbar.
Kontakt und Informationen: Forum Jungenarbeit - c/o Waldemarstraße 4, 33602 Bielefeld, Tel.: 05 21 - 3 29 27 88
Perspektiven der Jungenarbeit. Konzepte und Impulse aus der Praxis
(Olaf Jantz/Christoph Grote, 2003)
In dieser Aufsatzsammlung werden unterschiedliche Aspekte der antisexistischen Jungenarbeit in ihrer Weiterentwicklung kritisch beleuchtet. Aus der Praxis für die Praxis werden geschlechtsbezogene Erfahrungen von verschiedenen Autoren theoretisch reflektiert und vielfältige konzeptionelle Impulse angeboten. Die Praktiker von Jungenarbeit stellen damit Facetten einer (geschlechts-)bewussten Pädagogik von Männern vor.
Zu beziehen im Buchhandel oder bei: HVHS Frille, Freithof 16, 32469 Petershagen,
Telefon 05702/9771, Telefax 05702/2295, E-Mail: info@hvhs-Frille.de (ISBN 3810030953)
Methoden aus der Jungenarbeit (Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Landesjugendamt, 1998)
Die Publikation (144 Seiten) dokumentiert Fachbeiträge und Ergebnisse der Konferenz "Praxis der Jungenarbeit" vom September 1997 in Münster. Themen sind: Alkohol, Sexualität, Arbeit und die männliche Biographie, um Aggression und Spiritualität. Ergänzt wird das Material durch weitere Praxisberichte und Reflexionen Sie kann bezogen werden beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Landesjugendamt, Fachberatung Jugendarbeit, Warendorfer Straße 25, 48133 Münster.
Praxis der Jungenarbeit (Benedikt Sturzenhecker/Reinhard Winter, 2002)
Vielfältige, interessante Facetten von Jungenarbeit werden heute in den verschiedenen Feldern der Kinder- und Jugendhilfe aktiv praktiziert. Die in diesem Buch vorgestellte Sammlung von praktischen Ansätzen der Jungenarbeit belegt dies eindrucksvoll. Konkrete Arbeitsweisen aus offener Jugendarbeit, erzieherischen Hilfen, Kultur- und Medienarbeit, Beratungsstellen, Familienhilfe, Kooperation mit Schule und Supervision werden präsentiert und reflektiert. Sie befassen sich mit ganz unterschiedlichen Themen wie Sexualität, Beziehungsgestaltung, Drogengebrauch, Kreativität, Selbstbehauptung und Umgang mit Konflikten, Sorgeselbständigkeit. Praktiker berichten über ihre Methoden und den Erfahrungen damit. Sie zeigen, was geht und was schwierig ist. Es wird offengelegt, wie theoretische Konzepte in Praxis umgesetzt werden und was dabei herauskommt (ISBN 3779909715).
Perspektiven geschlechtsbezogener Pädagogik. Impulse und Reflexionen zwischen Gender, Politik und Bildungsarbeit (Regina Rauw/Olaf Jantz/Ilka Reinert, 2001)
Mit diesem Buch wird quersichtig ein Bogen gespannt zwischen geschlechterpolitischen Fragestellungen und pädagogischen Handlungsansätzen. Auf dem Hintergrund der Praxis der Autoren und Autorinnen in der geschlechtsbezogenen Pädagogik der Heimvolkshochschule „Alte Molkerei Frille“ - feministische Mädchenarbeit und antisexistische Jungenarbeit - werden theoretische Reflexionen und geschlechterkritische Analysen vorgestellt.
Zu beziehen im Buchhandel oder bei: HVHS Frille, Freithof 16, 32469 Petershagen,
Telefon 05702/9771, Telefax 05702/2295, E-Mail: info@hvhs-Frille.de (ISBN 3810031089)
Arbeitshilfe 8: Jungenarbeit (Paritätisches Jugendwerk NRW, 2001)
Nach wie vor zu beziehen ist die Arbeitshilfe des Paritätischen Jugendwerks. Sie beinhaltet einführende Texte zur Jungenarbeit, Projektbeschreibungen und einen "Methodenkoffer".
Bezug über: PJW, Loher Str. 7, 42283 Wuppertal, Telefax 0202 - 2822384.
Echte Kerle. Jungen und ihre Helden
(Tim Rohrmann, 2001)
Mit seinem Buch lädt Tim Rohrmann dazu ein, die Lebenssituation von Jungen und die Spiel- und Medienwelten, für die sie geschaffen wurden, einmal mit anderen Augen zu betrachten". Informationsquellen des Autors sind u. a. Interviews mit Jungen im Kindergartenalter.
Zu beziehen über den Buchhandel (ISBN 3499609479).
Jungenarbeit - Plattform für die Jungenarbeit in der Jugendsozialarbeit (Landesjugendämter Rheinland und Westfalen-Lippe, 1997)
Die Arbeitshilfe (34 Seiten) mit konzeptionellen Hinweisen für den Einstieg in die Jungenarbeit insbesondere in Arbeitsfeldern der Jugendsozialarbeit kann bezogen werden beim Landschaftsverband Rheinland, Landesjugendamt, Amt 43, 50663 Köln.
Leitbild Männlichkeit - Was braucht die Jungenarbeit?! (Benedikt Sturzenhecker, 1996)
Dieser Band sammelt Ergebnisse der Fachveranstaltungen zur Praxis der Jungenarbeit Anfang der 1990’er in Westfalen Lippe (NRW). Zentrale Frage sind, an welchen Leitbildern Jungen und Jungenarbeit orientieren soll und ob eine geschlechtsbezogene Arbeit mit Jungen sich auf Leitbildern beziehen soll oder muss. Herausgekommen ist ein spannendes Büchlein, dass vielfältige Antworten von Männern aus der Fachpraxis bündelt. Die Argumente sind differenziert, zeigen verschiedene Positionen und helfen den eigenen Standpunkt zu klären und Jungenarbeit zu entwickeln (ISBN 377991851X).
Die Anzahl der Veröffentlichungen, die Jungenarbeit betreffen, hat mittlerweile ein Maß angenommen, dass das Feld nahezu unüberschaubar macht. Diese Liste strukturiert und ordnet eine Vielzahl unterschiedlicher Veröffentlichungen nach Themen und Arbeitsfeldern.
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Die Geschlechtsbewusste Arbeit sollte nicht erst mit Jungen im Alter von 12 oder 13 Jahren beginnen. Diese Liste stellt Bücher vor, die bereits in Kindertageseinrichtungen und Grundschule gut im Rahmen eines geschlechtsbewussten pädagogischen Alltags eingesetzt werden können.
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